Projektbeschreibung

Im Frühjahr 2004 wurde der Neubau des Bahnhofes Wien Nord von der ÖBB Infrastruktur Bau AG nach längerer Diskussionsphase ausgeschrieben. Bedingt durch die geplante kurze Bauzeit, die schwierigen geometrischen Rahmenbedingungen und die beengten Platzverhältnisse am Praterstern war klar, dass die Umsetzung nur durch eine Stahltragstruktur gelöst werden konnte.

 

Aus dem Vergabeverfahren ging HASLINGER STAHLBAU als Bestbieter hervor und erhielt den Zuschlag, das Projekt als Generalunternehmer umzusetzen. Der Praterstern verbindet traditionell die Anforderungen von Straße und Schiene auf engstem Raum. Der Zugverkehr wird über dem Straßenverkehr geführt, das Bahnsteigniveau liegt daher 6,50 Meter über dem Straßenniveau. Der Bahnhof Wien Nord steht mit seinen Außenstützen aber in einer Breite von 66 Metern und einer Länge von 106 Metern auf Straßenhöhe.

 

Um dieses Projekt überhaupt realisieren zu können, war perfekte Logistik gefragt. Eine Baustelle mitten in der Großstadt Wien bietet so gut wie keine Lagerflächen. Hinzu kamen eingeschränkte Zufahrtsmöglichkeiten über den Gleiskörper und der laufende Bahnbetrieb. Die verschiedenartigen Bauteile mussten daher im Werk so produziert werden, dass sie ohne Lagerzeiten sofort nach der Anlieferung montiert werden konnten.

 

Dieselben Einschränkungen galten auch für die Folgegewerke, die im Rahmen der Tätigkeit als Generalunternehmer durchzuführen waren. So wurden 10.000 Quadratmeter Leichtdachelemente, 1.800 Quadratmeter Glasdächer, 800 Quadratmeter Brandrauchjalousien, 5.000 Quadratmeter Glasfassaden in den verschiedensten Ausführungen und die Fassadenverkleidung just-in-time geliefert und montiert.

 

Die schwierigen Rahmenbedingungen galten auch bei der Errichtung der Leit- und Infosysteme, der Glasbrüstungen auf den Bahnsteigen und den Aufbauarbeiten für die neuen Shopflächen.

 

Die Übergabe des ersten Bauabschnittes erfolgte plangemäß am 17. Juli 2006.

Projektstandort